Förderverein | Newsletter

Newsletter Nov - Dez 2015 - 18. September 2021

Unsere Themen in der Übersicht


Editorial

Liebe Freunde und Förderer,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Es hat wichtige Weichenstellungen für die Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen gebracht, so das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe und, noch wichtiger, das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung, kurz Hospiz- und Palliativgesetz das bereits im Dezember in Kraft getreten ist. Unsere Arbeit für Schwerkranke und Sterbende wurde wieder intensiv in Anspruch genommen, sei es in der ambulanten Hospizarbeit, sei es in der spezialisierten Palliativversorgung (SAPV). Auch die Zahl der Mitglieder des Fördervereins ist weiter gewachsen. Wir danken allen, die gemeinsam mit uns dieses erfolgreiche Jahr mitgestaltet haben: Den Mitgliedern und Förderern unseres Hospizvereins, allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und allen, die sich im Sinne der Hospizbewegung für Schwerkranke und Sterbende einsetzen. Diesen allen eine besinnliche Weihnachtszeit und ein erfolgreiches und gesegnetes neues Jahr!

Rita Waschbüsch              
Vorsitzende Förderverein St. Jakobus Hospiz e.V. 

Paul Herrlein
Geschäftsführer St. Jakobus Hospiz gGmbH


Saarbrücker Hospizgespräch 26. Oktober 2015

Klaus Aurnhammer, Seelsorger Marienhaus Klinikum Saarlouis-Dillingen, referiert über „Resilienzen in der Sterbe- und Trauerbegleitung“  - „Dem Schicksal trotzen oder an ihm wachsen?

Vor einem „vollen“ Haus mit über 100 interessierten Gästen referierte Seelsorger Klaus Aurnhammer über Resilienzen in der Sterbe- und Trauerbegleitung und ihre Auswirkungen für die hospizliche Arbeit. Die Resilienzforschung liefert Hinweise darauf, was Menschen in Krisen stark und flexibel sein lässt.  Kinder standen Pate beim Konzept der Resilienz, was sich anhand einer entwicklungspsychologischen Forschung von Emmy Werner (USA) zeigt, die an 700 Kindern, die 1955 geboren wurden, 40 Jahre in 6 Altersabständen untersucht wurden.  Die 500 Kinder, die aus „normalen“ Familien stammten, entwickelten sich „normal“. Von 200 Kindern aus vorbelasteten Familien zeigten 129 Kinder die erwarteten Auswirkungen wie arbeitslos, alkoholabhängig, zerbrechende Beziehungen. Aber 72 Kinder entwickelten sich trotz der Vorzeichen ohne Auffälligkeiten. Die Frage hier nach dem Warum, war die Geburtsstunde der Resilienzforschung. Aus vielen Folgeuntersuchungen kristallisierten sich bestimmte Merkmale heraus. Zum einen die inneren Faktoren der Resilienz wie Akzeptanz, Optimismus, Selbstwirksamkeit, Verantwortung, Lösungs-, Netzwerk- und Zukunftsorientierung und zum anderen die äußeren Faktoren. Zu den äußeren Faktoren gehören: Stabile Beziehungen, also mindestens eine Bindungsperson, was nicht ausschließlich eine Person aus der Familie sein muss. Positive Rollenmodelle, wie Beziehung zwischen Mann und Frau oder die Positionen in der Familie, im Freundeskreis, im Beruf. Freunde als Ergebnis dieses wechselseitigen Prozesses helfen zu Lernen und Hilfe anzunehmen. Ein weiterer Aspekt sind Netzwerke, die zeigen wo man eingebunden ist, in welchen Kreisen man verkehrt. (Beruf, Vereine, Gemeinde, Nachbarn). Dabei können bei Freunden und in Netzwerken die inneren Faktoren weiter erprobt werden. Die schottische Sozialarbeiterin Brigid Daniel hat die inneren und äußeren Faktoren wie folgt zusammengefasst. Ich habe (Menschen, die mich gern haben und die mir helfen), ich bin (liebenswerte Person, respektvoll mir und anderen gegenüber), ich kann (Probleme lösen, mich selber steuern). Die Förderung der Resilienz für die hospizliche Arbeit kann sich wie folgt gestalten: Bindung schafft Resilienz, Gelungenes suchen, Stärken stärken, lernen aus Krisen und Glauben erkunden. Der Vortrag endete mit einer anschließenden regen Diskussion.


Saarbrücker Hospizgespräch 30. November 2015

Beate Leonhard-Kaul, Hospizfachkraft, Trauerbegleiterin und Case-Managerin des Kinder Hospizdienst Saar, referiert über das Thema „Tränen – wenn Gefühle sprechen“ – Trauernde Kinder liebevoll und achtsam begleiten

Das Thema um trauernde Kinder stieß im letzten Hospizgespräch des Jahres 2015 auf sehr großes Interesse. Mehr als 60 Besucher folgten den anschaulichen Ausführungen der Referentin. Frau Beate Leonhard-Kaul, Hospizfachkraft, Trauerbegleiterin und Case Managerin DGCC Kinder Hospizdienst Saar, berichtete über die achtsame Heranführung von Kindern an das Thema „Sterben und Tod“. Dabei greift sie in ihrem Vortrag auf ihre langjährigen Erfahrungen aus der Arbeit mit trauernden Kindern und deren Gefühlswelt zurück. Erlebnisse mit Trauer führen wie ein roter Faden durchs Leben. Aus diesem Grund ist es wichtig Gefühle der Kinder ernst zu nehmen, um den erlittenen Verlust erträglich zu machen. Trauer ist ein schwerer, aber auch ein neuer Weg – eine Chance den Verlust im Leben zu integrieren. Kinder trauern ebenso lang, so schwer und so tief wie Erwachsene und dennoch anders. Dies kann sich sowohl körperlich als auch in psychischen Reaktionen auswirken, da das Kind einer Vielzahl widersprüchlicher Gefühle ausgesetzt ist. Deshalb ist es wichtig, dass man dem Kind neben der Wut, der Verzweiflung und der schwankenden Gefühle auch die Möglichkeit einräumt, eine „Trauerpause“ einzulegen. Die Trauer bei Heranwachsenden zeigt sich in Abhängigkeit zum Alter ganz unterschiedlich. Je mehr das Kind aber auf den Verlust vorbereitet werden kann, umso geringer ist die Schocksituation. Die geschichtliche Entwicklung beweist, dass die Aufklärung von Kindern nicht nur ins Leben (Zeugung, Schwangerschaft und Geburt), sondern auch aus dem Leben (Tod und Trauer) erfolgen sollte. Die Trauerbegleitung soll den Kindern Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Verständnis, Vertrauen, und Verlässlichkeit entgegenbringen und ihnen die Chance zu geben, all ihre Fragen zu stellen. Dabei muss den Kindern mit Empathie, Ehrlichkeit, Zuwendung, Geborgenheit und Liebe begegnet werden. Beobachtungsgabe ist neben dem Anbieten von Nähe eine wichtige Basis der Trauerbegleitung. Ziel ist es, die Kinder zurück zum Alltag zu begleiten. Angebote wie Briefe schreiben, Erinnerungskästchen basteln oder Rituale pflegen, helfen dabei die Trauer zu bewältigen. Der Vortrag schloss mit dem Gedicht „Wenn jemand stirbt“ von Agnes Stadtmann, das aus der Sichtweise eines Kindes geschrieben wurde. Dies war die gelungene Überleitung zu einer anschließenden regen Diskussion.


Vorankündigung Saarbrücker Hospizgespräch 25. Januar 2016

Referentin: Monika Bachman, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Thema: Das neue Hospiz-und Palliativgesetz, Auswirkungen u. Verbesserungen

Die Versorgung von Schwerkranken und Sterbenden in Deutschland ist noch dringend auszubauen, etwa in den Alten- und Pflegeheimen oder auch in der häuslichen Versorgung. Deshalb hat der Bundestag am 05. November 2015 ein Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung beschlossen.

Frau Monika Bachmann, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie wird zu den Zielen und Maßnahmen dieses Gesetzes Stellung nehmen und ausführen, welche Verbesserungen die schwerkranken Menschen im Saarland erwarten können.


Mitarbeiterversammlung 26. November 2015

Am 30. November 2015 fand unsere diesjährige Mitarbeiterversammlung im Saal der St. Jakob Kirche statt. Bei vollem Haus und angenehmer Atmosphäre berichtete zuerst unser Geschäftsführer Paul Herrlein über das abgelaufene Geschäftsjahr 2014, über Entwicklungen im Jahr 2015 sowie Aussichten und Prognosen auf 2016. Im Anschluss und unter Ausschluss der Geschäftsleitung informierten die MAV-Mitglieder über ihre Tätigkeiten im vergangenen Jahr.


Weihnachtsfeier Kinder Hospizdienst Saar 11. Dezember 2015

Wie schon seit vielen Jahren fand am 11. Dezember unsere diesjährige Weihnachtsfeier in den Räumlichkeiten der UKV Saarbrücken statt. Mit Bastelecke, Glücksrad, Zeichner, Clowns, Backstation, Azubichor und vielen Geschenken vom Nikolaus konnten die mehr als 200 großen und kleinen Gäste einen geselligen Nachmittag verbringen. Wir sagen hiermit DANKE an den Vorstand, allen Mitarbeitern und Azubis der UKV. Besonders bedanken wollen wir uns bei Andrea Bennoit-Fischer, die diese Veranstaltung mit viel Engagement wieder einmal zu einem tollen Erlebnis gemacht hat.


Neue Seminarräume ab 01. Januar 2016

Die umfänglichen Renovierungsarbeiten in unserem „Glaskasten“ sind nun weitgehend abgeschlossen. Während den Verschönerungsarbeiten wurde fleißig gebohrt, gehämmert und gezimmert, was oftmals sogar unsere Schreibtische wackeln ließ. Es wurde tolle Arbeit geleistet und unser neuer Konferenzraum ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Ab Januar 2016 können wir den attraktiven Raum nutzen. Nachfolgend ein paar Fotos, die den Fortschritt der Arbeiten zeigen.
(Im nächsten Newsletter werden wir Fotos zeigen können, wie der Konferenzraum fertig eingerichtet aussieht.)


Weihnachtsgruß

Am Ende unseres Newsletters verabschieden wir uns mit einem kleinen Weihnachtsgedicht. Wir wünschen damit allen Kolleginnen und Kollegen, allen Unterstützern und Freunden des St. Jakobus Hospiz ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start in das Jahr 2016.

Ich wünsche mir in diesem Jahr
mal Weihnacht´ wie es früher war.
Kein Hetzen zur Bescherung hin,
kein Schenken ohne Herz und Sinn.
Ich wünsche mir ´ne stille Nacht,
frostklirrend und mit weißer Pracht.
Ich wünsche mir ein kleines Stück
von warmer Menschlichkeit zurück.
Ich wünsche mir in diesem Jahr
´ne Weihnacht, wie als Kind sie war.
Es war einmal, schon lang ist´s her -
da war so wenig, so viel mehr!

(Unbekannt)


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